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Eight Thesis on the Liberation of Software (2)

27 December 2001

Benni Buermann

Benni Baermann posted on the German mailing list annex forum (oekonux.de) an important message(1) that connected the Hacker's philosophy with the development of free software. It is close to the Buddhist opinion of self liberation and through that liberation of others. Freedom by example so to speak.
In the context of Free Software: when writing software free for all to use and modify (GPL or GNU) this will spark other developments of free software. But if one stays passive nothing will happen and the powers of commercial software will endure.

For the convenience of our international readers this is translated into 'un-official' English.

Eight Thesis on Liberation

* From: Benni Baermann
* Date: Thu, 27 Dec 2001 06:47:27 +0100
 

8 Thesen über Befreiung
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1. Befreiung ist ein Prozeß. Es gibt weder einen Zustand totaler Befreiung noch einen Zustand totaler Knechtschaft. Dieser Prozeß hat kein Anfang und kein Ende und er läuft weder nach einem historischen Automatismus ab noch nach einem vorgegebenen Schema.


8 Thesis on Liberation
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Liberation is a process. It neither gives a state of total liberation nor a state of total enslavement. This process has no beginning nor an ending and runs neither to a historic automatism nor to a prefixed scheme

2. Befreiung ist zu jedem historischen Zeitpunkt möglich und hat auch zu jedem historischen Zeitpunkt stattgefunden. Sie muß jedoch erkämpft werden. Sie fällt einem nicht zu.

 

Liberation is possible in any historic time and has taken place in all historical places of time. Liberation must however be fought for. It does not come by default.

3. Befreiung ist jedoch nicht zu haben unabhängig vom historischen Zeitpunkt. Sie muß die konkreten historischen Bedingungen, das heisst vor allem - aber bei weitem nicht nur - die Entwicklung der Produktivkräfte, berücksichtigen und mit ihren Tendenzen arbeiten und nicht gegen sie.

 

Liberation can be achieved independently from the historical epoch. However it must take in account, as to say above all - but not only, the temporal powers that work, with the tendencies not against them.

4. Das der Kapitalismus in einer Krise steckt (und sei sie auch final) bedeutet nichts für die Möglichkeit von Befreiung. Befreiung ist genauso möglich, wenn der Kapitalismus morgen endet, wie wenn er noch 300 Jahre wärt. Dies wiederum bedeutet nicht, dass diese Fragen egal wären, denn sie entscheiden über die historischen Rahmenbedingungen von Befreiung.

 

Though capitalism finds itself in a crisis (and even may be final) it does not mean anything towards the possibilities of liberation. Liberation equally takes place whether capitalism ends tomorrow or continues another 300 years. This on itself does not mean that these questions are not important, because they still decide on the historical framework of liberation.

5. Befreiung ist immer sowohl ein gesellschaftlicher als auch ein individueller Prozeß. Dies spiegelt die Möglichkeiten des Menschen als ein sowohl individuelles wie auch gesellschaftliches Wesen wieder. Weder kann ich die Massen befreien oder diese mich, noch kann ich mich ohne Bezug auf ein gesellschaftliches Ganzes befreien.

Liberation is always a communal as well as a individually process. This reflects the individual's being as well as the a society's. Neither can i liberate the masses, nor can the masses liberate me, or can I liberate myself without reference to a social whole.

6. Befreiung ist immer zunächst mein eigenes Interesse. Die erste Frage lautet nicht, wie die anderen sich befreien können, sondern wie
ich mich befreien kann. Daran anschliessend ergibt sich dann möglicherweise auch für andere die Möglichkeit zu wählen. Je mehr Handlungsmöglichkeiten ich aus einer emanzipatorischen Perspektive deutlich mache, umso mehr wird diese Perspektive für andere interessant. In diesem Sinne ist meine Befreiung immer die der anderen und die der anderen immer meine.

Liberation is always first my own interest. The first question is not, how the others can free themselves, but as to free myself. After this it will be possible for others to make a choice too. The more courses of action I make clear from an emancipatory perspective, the for more this perspective become interesting for others. In this sense my liberation is always those of the others and those of the others always mine.

7. Es kann nicht darum gehen, bestimmte Entwicklungen der Produktivkräfte als bloße Rückzugsgefechte des Kapitalismus zu denunzieren. Vielmehr gilt es bestimmte Widersprüche innerhalb der Entwicklung der Produktivkräfte zu benennen und für Befreiung zu nutzen. Dies kann man nur, wenn man sich der Offenheit von Geschichte bewußt ist und nicht nur noch eine scheinbar schon entschiedene Schlacht schlägt. Dies kann man erst recht nicht, wenn man die Krise des Kapitalismus bloß konstatiert und auf seinen Untergang wartet.

It cannot be to designate certain developments of the forces as a simple retreat of capitalism. Rather it applies to explain certain contradictions within the developments of the forces and use for liberation. One can do this only, if one is aware of the openendedness of history and does not fight one that is seemingly already decided. One cannot do this only if one states the crisis of capitalism and waits for its fall.

8. Die Theorie von Freier Software als Keimform einer nachkapitalistischen Gesellschaft macht dann Sinn, wenn man sie versteht als Aufdeckung eben eines solchen Widerspruchs der Produktivkraftentwicklung, an dem ein emanzipatorisches Interesse ansetzen kann. Sie macht jedoch nicht Sinn als die Entdeckung einer Form deren Entfaltung aus sich heraus schon für eine bessere Gesellschaft stehen würde. Sie macht auch nicht Sinn als Anfangsstadium eines Prozesses dem man schematisch folgen müsste.


The theory of free software as nucleus of a post-capitalistic society makes sense only if one understands it by uncovering such contradiction of the productive forces, at which an emancipatory interest can set. It does not make sense as a form of development on itself when a better society would already stand. It does not make any sense as well when the initial stage of a process would have to be followed according to a fixed plan.

 

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Footnotes & References